2016 11 17 van DensenMit neuer Bürokratie nimmt Minister Remmel das Bäckerhandwerk ins Visier

Zur Diskussion um die Einführung einer so genannten Hygiene-Ampel macht sich die CDU Tönisvorst ein eigenes Bild. Das neue Kontrollergebnis-Transparenz-Gesetz, kurz KTG genannt, schlägt nicht nur im Düsseldorfer Landtag hohe Wellen, sondern sorgt auch bei vielen Handwerksbetrieben im Lebensmittelbereich für erhebliche Bauchschmerzen. Ein Barometer, angelegt an die Ampelfarben grün, gelb und rot, wird nach den Wünschen der Landesregierung zukünftig in allen Lebensmittelgeschäften und Gaststätten hängen. Anhand von 32 Prüfkriterien soll eine Bewertung durch den Lebensmittelkontrolleur erfolgend und die Einteilung in die entsprechende Ampelfarbe ermöglichen.

 

Nach einem Rundgang durch die Backstube der Bäckerei der Familie van Densen stellt der Vorsitzende der Tönisvorster CDU, Günter Körschgen, fest: „Unsere heimischen handwerklich geführten Bäckereien arbeiten sauber und erfüllen alle hohen Qualitätsstandards, die ein Kunde an den Bäcker seines Vertrauens stellt. Die Familie van Densen ist hier beispielhaft für das gesamte Bäckerhandwerk.“

Sebastian van Densen, der nun in dritter Generation gemeinsam mit seinem Vater den Familienbetrieb führt, erklärte anschaulich welche bürokratischen Anforderungen, von baulichen Vorgaben bis hin zum Aushang von Zusatzstoffen, bereits jetzt erfüllt werden. Zukünftig sieht die neue Bewertung beispielsweise vor, dass es für einen Schädlingsbefall durch Mäuse drei Minuspunkte gibt, für eine fehlende Dokumentation bei einem schädlingsfreien Betrieb zwei Minuspunkte. „Hier stimmt die Verhältnismäßigkeit der Kriterien überhaupt nicht“, so Körschgen. „Der Kunde möchte wissen, ob der Betrieb sauber ist und die Qualität der Produkte stimmt und nicht ob die Dokumentation, die fast zwei Drittel der Kriterien bei der neuen Hygiene-Ampel ausmacht, lückenhaft ist. Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, wie wir unser heimisches Lebensmittelhandwerk stärken können und nicht wie wir immer weitere Erschwernisse schaffen “

„Die Landesregierung erhöht unnötigerweise den Druck gerade auf das Bäckerhandwerk durch diese neue Scheintransparenz. Eingeschweißte Fertigprodukte also SB-Ware sind beispielsweise nicht in dem neuen Gesetz einbezogen. Somit werden immer mehr Verbraucher und Gaststätten verleitet, häufiger Fertigprodukte zu kaufen, als auf die frischen Brötchen oder Kuchen beim Bäcker um die Ecke zurückzugreifen“, ergänzt der stellvertretende CDU-Vorsitzende Dirk Louy. „Wir haben bereits jetzt eine sehr gute funktionierende Lebensmittelüberwachung und Betriebe, die gesundheitlich schwerwiegende Mängel aufweisen, müssen direkt geschlossen werden und nicht erst über eine rote Ampelfarbe verwarnt werden. Wir werden die Sorgen der Handwerksbetriebe mit nach Düsseldorf nehmen und uns dafür einsetzen, dass dieser Unfug aufhört“, betont Louy weiter.

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